Amerika
nach dem Eis

Mensch und Megafauna in der neuen Welt

Megatherium (Illustration: Sergio de la Rosa)
Megatherium (Illustration: Sergio de la Rosa)

Sonder­ausstellung
6.4.2017 – 28.1.2018

Mammuts, große Bisons und Bodenfaultiere, Riesenwölfe und Säbelzahnkatzen – Großtiere wie diese lebten in den Weiten Amerikas, als am Ende des Eiszeitalters ein Neuankömmling Amerika erreichte: der Mensch. Doch wer waren die ersten Ameri­kaner? Woher kamen sie? Wann und wie gelangten sie in die Neue Welt? Und welche Auswirkungen hatte die Ankunft des Menschen auf die dort lebenden Großtiere, die Megafauna? Ist deren Aussterben tatsächlich auf die gemeinschaftlich jagenden Menschen mit ihren messerscharfen Jagdwaffen zurückzuführen?

In der ersten umfassenden Ausstellung zu diesen spannenden Fragen, die in Europa zu sehen ist, beleuchtet das Naturkundemuseum den Zeitraum der ersten Besiedlung Amerikas durch den Men­schen, skizziert die verschiedenen Theorien über mögliche Einwanderungswege und geht der Frage nach, warum viele der bis dahin existierenden Großtierarten nach der Ankunft des Menschen verschwanden. Wir zeigen herausragende Exponate von Leihgebern aus dem In- und Ausland, aber auch aus den eigenen Sammlungen: Artefakte, Fossilien, Skelette und eigens ange­fertigte lebensechte Rekonstruktionen. Es werden neueste Forschungsergebnisse präsentiert und ein Überblick darüber gegeben, was wir über die Besiedlungsgeschichte Amerikas und das Schicksal der Megafauna heute wissen.

Zur Ausstellung

Aktuelle Veranstaltungen:

Vortrag: Das Tor zur neuen Welt – die früheste Besiedlung Alaskas

Dienstag, 10.10.2017, 18.30 Uhr
von Dr. Stephan M. Heidenreich, Overrath
Eintritt frei

Die früheste Besiedlung des amerikanischen Kontinents ist ein in der Forschung seit langem intensiv diskutiertes Thema. Ein wahrscheinlicher Ursprung dieses Besiedlungsprozesses ist in der als Beringia bezeichneten Region zwischen Nordostasien und dem nordwestlichen Kanada zu sehen. Damit nimmt die Archäologie Alaskas eine bedeutende Stellung ein, da dort entdeckte späteiszeitliche Fundstellen ein potentielles verbindendes Element zwischen Sibirien und Nordamerika darstellen.
Der Vortrag soll einen Überblick geben über archäologische Funde aus Alaska, die aus der Zeit zwischen ca. 15.000 und 10.000 Jahren vor heute stammen. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwieweit diese äußerst variablen Fundinventare überhaupt eine Verbindung zu den frühesten Funden Sibiriens und Nordamerikas erlauben. Zudem soll ein kritischer Blick auf die Forschungsgeschichte geworfen werden, verbunden mit einer Präsentation eigener Forschungsergebnisse und einem neuen Modell zur Besiedlung Beringias.

zum Begleitprogramm

 

 

 

 

Samstag, 7.10.2017
10-18 Uhr
Eintritt frei!

Auf der Spur von Mensch und Tier in der Neuen Welt – mit einem vielfältigen Programm für die ganze Familie!
Führungen durch die Sonderausstellung für Kinder und Erwachsene zeigen die ganze Viel­falt dieser faszinierenden Megafauna und führen auf die Spuren der ersten Menschen, die am Ende des Eiszeitalters die Neue Welt erreichten.
Wie Fossilien auf die Spur der Megafauna führen oder welche Bedeutung das Rentier für die ersten Amerikaner hatte, können junge Besucher in Kinderkursen erforschen. In den Vorleseaktionen wird die eiszeitliche Welt lebendig. Natürlich gibt es auch einen Basteltisch zum Thema.
Bei einem Bilderrätsel-Gewinnspiel für Erwachsene und Kinder sind attraktive Preise wie eine exklusive Kuratorenführung sowie spannende Bücher zu gewinnen.
Vorführungen und Präsentationen geben einen Einblick in steinzeitliche Handwerkstechni­ken wie Herstellung von Harpunen und Nähnadeln oder Faustkeilen und Speeren. Unterstützt wird das Naturkundemuseum dabei von Marion Schütz vom Verein Homo heidelbergensis von Mauer e.V., Prof. Dr. Clemens Eibner vom Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Heidelberg, sowie Rudolf Walter von „Ur­geschichte hautnah“.
Die Gesellschaft für bedrohte Völker e.V., die sich für ethnische und religiöse Minderheiten und indigene Gemeinschaften einsetzt, wird ebenfalls zu Gast sein und stellt ihre Aktivi­täten vor allem in Bezug auf die Völker der amerikanischen Kontinente vor.
Der Bücherstand des Naturbuchvertriebs Ingo Trepte bietet Bücher zum Thema der Sonder­ausstellung an.

 

 

Öffentliche Führungen

Ausstellungseintritt, Erwachsene zzgl. 2 €

Im Oktober:
Sonntagsführung für Familien
15.10.2017, 11 Uhr
mit Sabrina Hug. M.Sc.

Sonntagsführung
22.10.2017, 11 Uhr
mit Prof. Dr. Norbert Lenz

zum Begleitprogramm