Amerika
nach dem Eis

Mensch und Megafauna in der neuen Welt

Rekonstruktion der Las-Palmas-Frau (Atelier Daynès)
Rekonstruktion der Las-Palmas-Frau (Atelier Daynès)

DIE AUSSTELLUNG

Nach einem Überblick über die Evolution und die Ausbreitung des Menschen folgt der Ausstellungs­rundgang den geographischen Regionen Amerikas: Von der Bering-Landbrücke, die einst Sibirien mit Alaska verband, geht es weiter über Nord- nach Mittelamerika und schließ­lich nach Südamerika bis nach Feuerland:

  • Beringia – Brücke in die Neue Welt
  • Nordamerika – Eiskeller Amerikas
  • Mittelamerika – Brücke zwischen zwei Welten
  • Südamerika – Land der Steppen und Savannen


Für jede Region werden typische Vertreter der Tierwelt aus der Zeit der Ankunft des Menschen vor­gestellt. Aber auch die Spuren, welche die ersten Menschen in Amerika hinterlassen haben, werden präsentiert: Werkzeuge, Schnittspuren auf Knochen von erbeuteten Tieren, Fußspuren aus der Frühzeit der Besiedlung Amerikas durch Menschen und frühe Bildnisse, die ältesten Kunstwerke Amerikas. Mit der lebensgroßen Rekonstruktion der „Las Palmas-Frau“ nimmt eine der ersten Amerikanerinnen in eindrucksvoller Weise Gestalt an.

Die Megafauna

Wir zeigen Präparate und Skelette heute noch existierender Tierarten wie Moschusochse und Bison, Wolf, Puma und Jaguar, aber auch von deren heute ausgestorbenen Verwandten. So gab es früher noch größere Bisonarten, den Riesenwolf und die Säbelzahnkatzen Nord- und Südamerikas. Auch wahren Giganten begegneten die ersten Menschen auf amerikanischem Boden: Rüsseltieren und Bodenfaultieren von fast saurierartigen Dimensionen sowie riesigen Bären. Das Glyptodon, ein Vorfahr heutiger Gürteltiere, erreichte die Dimensionen eines VW Käfer und mit 2.000 kg das 40-fache Gewicht des Riesengürteltiers, der größten heute noch lebenden Art dieser Tiergruppe.Die Ausstellung zeigt die ganze Vielfalt dieser faszinierenden Megafauna. Besonders eindrucksvoll sind Exponate wie der Skelettabguss eines Kurznasenbären – eine der größten Bärenarten aller Zeiten! Die gewaltige Größe wird durch den unmittelbaren Vergleich mit Präparaten heutiger Bären deutlich. Das Originalskelett der Siedler-Säbelzahnkatze ist ebenso ein Glanzstück der Ausstellung wie der Schädel des gigantischen Wüsten-Bodenfaultiers. Mit dem eigens angefertigten naturgetreuen Modell eines Shasta-Bodenfaultiers scheint ein Tier aus der Vergangenheit wieder lebendig zu werden.

Einzelne Fundstellen haben für die Erforschung dieser Zeit eine besonders große Rolle gespielt. Dies gilt z.B. für die La Brea Tar Pits in Kalifor­nien, in denen natürlicher Asphalt zutage tritt, der seit Jahr­tausenden für zahllose Tiere zu einer tödlichen Falle wurde. Repräsentative Funde werden in der Ausstellung präsentiert, außer­dem wird eine Ausgrabungsituation in einem Diorama dargestellt.

Siedler-Säbelzahnkatze (Smilodon populator))
Siedler-Säbelzahnkatze (Smilodon populator)
Projektilspitzen (v. l. n.r.): Clovis-Spitze, Fundort: Missouri, USA; Clovis-Spitze,Fundort: Kentucky, USA; Fischschwanz-Spitze, Fundort: Fell’s Höhle, Chilenisches Patagonien
Projektilspitzen (v. l. n.r.): Clovis-Spitze, Fundort: Missouri, USA; Clovis-Spitze,Fundort: Kentucky, USA; Fischschwanz-Spitze, Fundort: Fell’s Höhle, Chilenisches Patagonien

Die ersten Amerikaner

Die in New Mexico gelegenen Fundorte Folsom und Clovis spielten eine heraus­ragende Rolle bei der Klärung der Frage, wann die Besiedlung Amerikas durch den Menschen erfolgte. Clovis-Spitzen sind die bekanntesten Werkzeuge aus der Altsteinzeit Amerikas. Ihre Hersteller galten jahrzehntelang als die ersten Amerikaner. Doch inzwischen ist sich die Fachwelt sicher, dass es schon Jahrtausende vor der Clovis-Kultur Menschen in Amerika gab. Diese Erkenntnis wurde u.a. durch Forschungen am Fundort Monte Verde in Chile ermöglicht, der ebenfalls in der Aus­stellung vorgestellt wird. Bis zu 9.000 Jahre alt sind die ältesten in der Cueva de las Manos (Höhle der Hände) im Norden Argentiniens entdeckten Felsbilder.
Auf der südlich des südamerikanischen Kontinents gelegenen Insel Feuerland endet die Ausstellungs­reise. Noch bis in das frühe 20. Jahrhundert lebten hier mehrere Indianervölker als Jäger und Sammler, bis weiße Siedler diesen Kulturen ihre Lebensgrundlagen nahmen. Seltene Fotodokumente der Feuerländer geben der Menschheitsgeschichte Amerikas ein Gesicht.

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V.

Wir danken unseren Projektpartnern

  • Naturhistorisches Museum Basel
  • Museum für Naturkunde, Berlin
  • Zoologisches Forschungsmuseum Alexander Koenig, Bonn
  • Übersee-Museum Bremen
  • Denver Museum of Nature & Science (USA)
  • Prof. em. Dr. Ekkehart Malotki, Northern Arizona University, Flagstaff (USA)
  • Florida Museum of Natural History, Gainesville (USA)
  • Museo de Paleontología de Guadalajara (Mexiko)
  • Universität Heidelberg
  • Éditions Xavier Barral, Paris
  • Prof. Dr. Hans-Walter Poenicke, Pfinztal
  • Instituto de la Prehistoria de América, Playa del Carmen (Mexiko)
  • Dr. Thomas Perner, Oregon Institute of Geological Research, Portland (USA)
  • Anthropos Institut e.V., Sankt Augustin
  • Museo del Desierto, Saltillo (Mexiko)
  • Linden-Museum Stuttgart, Staatliches Museum für Völkerkunde
  • Museo Paleontológico Egidio Feruglio, Trelew (Argentinien)
  • Eberhard Karls Universität Tübingen
  • Museo Yámana, Ushuaia (Argentinien)
  • Naturhistorisches Museum Wien